Lagebericht

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Thomas Küng

Lagebericht

Die Zunahme veränderter Kunden­bedürfnisse bestimmte das ­Geschäfts­jahr 2018. Der von wachsenden Mitbewerbern geprägte ­Spitex-Markt dämpfte die Umsatzerwartungen 2018 und Sonder­belastungen führten zu einem Kostenanstieg, aufgrund dessen wir das Geschäftsjahr mit einem Verlust abschliessen.

1. Allgemeiner Geschäftsverlauf

1.1 Ziele und erbrachte Leistungen 2018

Die nachgefragten Dienstleistungen haben sich im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr unterschiedlich entwickelt. In der Behandlungspflege verzeichnen wir eine Abnahme von –5,1 % und bei der Grundpflege eine Zunahme von +1,5 %. Die Stunden bei der Abklärung und Beratung konnten um 16,5 % gesteigert werden. Nach Rückgängen der hauswirtschaftlichen Leistungen in den letzten Jahren konnten die Stunden um 5,1 % gesteigert werden.

1.2 Veränderung des Spitex-Umfeldes

Das Wirtschaften im Spannungsfeld zwischen Qualität, Finanzierung und Fachkräftemangel bleibt weiterhin anspruchsvoll. Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen steigen auch dieses Jahr wiederum die Personalkosten. Wir sind weiterhin auf die Unterstützung von Personalvermittlern angewiesen, das richtige qualifizierte Personal zu finden. Die Konkurrenz durch private Spitex-Organisationen nimmt im KLV- wie auch im hauswirtschaftlichen Bereich weiter zu.

2. Wirtschaftliche Lage

2.1 Nachfrage und Auftragssituation

Das Wachstum in den pflegerischen Leistungen zeigt, dass sich die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen unterschiedlich entwickelt. Aufgrund des verbesserten Wundpflegematerials sinken die Behandlungsstunden, dafür steigt die Nachfrage im Grundpflegebereich. Im Weiteren sieht man, dass die komplexeren Kundensitua­tionen kontinuierlich zunehmen. Die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Leistungen steigt wiederum an.

2.2 Personalentwicklung

Wir beschäftigen 377 Mitarbeitende und haben 258 Vollzeitstellen (Stand 31. 12. 2018). Im Vorjahr waren es 365 Mitarbeitende und 248 Vollzeitstellen (Stand 31. 12. 2017). Unser Personalbestand ist zum Vorjahr um 12 Mitarbeitende und 10 Vollzeitstellen gewachsen. 88 % der Mitarbeitenden arbeiten in einem Teilzeitpensum. Wir bilden 26 Lernende (Sekundarstufe II) und 13 Studierende (Tertiärstufe) aus. Weiterhin stellt die Besetzung der offenen Stellen mit qualifiziertem Personal eine grosse Herausforderung dar.

3. Risikobeurteilung

Die Risikobeurteilung wurde dieses Jahr überarbeitet und durchgeführt. Der Risikobeurteilungsprozess berücksichtigt die wesentlichen Geschäftsrisiken von ­Spitex Zürich Sihl. Notwendige Massnahmen wurden identifiziert und werden im Jahr 2019 umgesetzt. Das Risiko einer wesentlichen Falschaussage in der Rechnungslegung wird so auf ein Minimum reduziert. Das IKS (Internes Kontrollsystem) wurde überprüft und wo nötig angepasst.

4. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, Innovationen

Das Projekt «CASE – Coordinated APN Support for the Elderly» wurde – begleitet von Nursing Science & Care GmbH – erfolgreich fortgesetzt. Daneben wurde ein laufendes Masterthesis-Projekt der ZHAW (MSc in Pflege) zum Thema Mobilität abgeschlossen und die Ergebnisse wurden an der ersten PING-NIGHT präsentiert. Mit der ZHAW startete anschliessend ein weiteres Masterthesis-Projekt zum Thema Spitaleintritt. Darüber hinaus nahm SZS an der Studie der FHSG zu Krisensituationen im Spitex-­Bereich teil und ist Mitinitiantin und Praxispartnerin im geplanten FHSG-Forschungsprojekt zum Thema «Palliative-Care-Phasen (PCP)». SZS ist Praxispartnerin im Teilprojekt zur Messung der Kundenzufriedenheit des Projekts Swiss Home Care Data im NFP 74.

5. Aussergewöhnliche Ereignisse

Es fanden mit Ausnahme einer Anpassung der Subventionsabrechnung der Stadt Zürich auf der Basis der definitiven Kostenrechnung 2017 keine ausserordentlichen Ereignisse im Berichtsjahr statt, welche das Ergebnis massgeblich beeinflusst hätten.

6. Zukunftsaussichten

6.1 Marktumfeld

Für das Folgejahr erwarten wir ein weiterhin stabiles Umfeld mit einem leichten Wachstum in der Pflege im einstelligen Prozentbereich. Bei den hauswirtschaftlichen Leistungen rechnen wir mit Vorjahreswerten. ­Spitex Zürich Sihl hat sich das Ziel gesetzt, trotz des Organisationsentwicklungprozesses den Negativtrend zu stoppen und ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.

6.2 Entwicklung Fachdienste

Im Fachbereich Demenz konnte das Teilprojekt Demenz der Strategie 2022 unter der Leitung von Peter Eckert erfolgreich abgeschlossen werden. Das entsprechende Konzept steht nun zur Umsetzung bereit. Daneben konnte auch im Bereich Chronic Care ein entsprechendes Teilprojekt der Strategie 2022 der Spitex Zürich unter Mitarbeit von Spitex Zürich Sihl abgeschlossen werden. Das entsprechende Chronic-Care-Konzept steht zur Umsetzung bereit. Auf der strukturellen Ebene wurde ein Pilotzentrum erfolgreich in die neuen Fachbereiche Demenz sowie «Acute und Chronic Care» überführt. In der Folge konnte die Kontinuität merklich gesteigert werden.

Im Fachdienst «Psychosoziale Pflege und Betreuung» trat Sandra Jäggle als Pflegeexpertin APN und fachliche Leitung ihre Stelle an. Zudem wurde die strukturelle Neuausrichtung des Fachdienstes konzipiert.

Der Fachdienst Palliative Care von Spitex Zürich Sihl konnte innerhalb kurzer Zeit vollständig etabliert werden und wird als wichtiger Partner in der Palliative-­Care-Versorgung der Stadt Zürich wahrgenommen.

Ausserdem wurde die Dienstleistung «Bewegungsübungen zu Hause» entwickelt und in zwei Zentren ausgerollt. Erste Ergebnisse zeigen nachweisliche Verbesserungen im Bereich Mobilität und Sturzangst.

6.3 Finanzierung

Die Finanzierung unserer pflegerischen Leistungen ist in der Stadt Zürich zurzeit noch gesichert. Wir erwarten keine wesentlichen Veränderungen der Restfinanzierung durch die Stadt Zürich für das kommende Jahr.

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