Lagebericht

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Thomas Küng, Leitung Finanzen und IT

Lagebericht

Insgesamt hat die Nachfrage nach Spitex-Leistungen gegenüber dem Vorjahr wegen der demografischen Entwicklung der Stadtzürcherinnen und -zürcher leicht zugenommen. Die Personalkosten sind vor allem wegen des teuren Einkaufs von Fachkräften bei Personalvermittlern gestiegen. Es resultiert im Geschäftsjahr 2019 ein Verlust.

1. Allgemeiner Geschäftsverlauf

1.1 Ziele und erbrachte Leistungen

Die nachgefragten Dienstleistungen konnten im Berichtsjahr zum Vorjahr gesteigert werden. Die Stunden für Abklärung und Beratung sind um 19,5 %, die Behandlungspflege um 1,9 % und die Grundpflege um 7,5 % gestiegen. Bei den hauswirtschaftlichen Leistungen verzeichnen wir eine leichte Verringerung von 0,8 %.

1.2 Veränderung des Spitex-Umfeldes

Das Wirtschaften im Spannungsfeld zwischen Qualität, Finanzierung und Fachkräftemangel bleibt weiterhin anspruchsvoll. Aufgrund des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen steigen auch dieses Jahr wiederum die Personalkosten. Wir sind weiterhin auf die Unterstützung von Personalvermittlern angewiesen, um das richtig qualifizierte Personal zu finden. Die Konkurrenz durch private Spitex-Organisationen nimmt im KLV- wie auch im hauswirtschaftlichen Bereich weiter zu.

 

2. Wirtschaftliche Lage

2.1 Nachfrage und Auftragssituation

Das Wachstum in den pflegerischen Leistungen zeigt, dass die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen aufgrund der Demografie weiter steigt. Im Weiteren steigen die komplexeren Kundensituationen aufgrund von «ambulant vor stationär» kontinuierlich. Die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Leistungen liegt im Bereich des Vorjahres. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend sich fortsetzt.

2.2 Personalentwicklung

Wir beschäftigen 387 Mitarbeitende und haben 268 Vollzeitstellen (Jahresdurchschnitt). Im Vorjahr waren es 372 Mitarbeitende und 251 Vollzeitstellen (Jahresdurchschnitt). Unser Personalbestand ist zum Vorjahr um 15 Mitarbeitende und 17 Vollzeitstellen gewachsen.

88,0% der Mitarbeitenden arbeiten in einem Teilzeitpensum. Wir bilden 27 Lernende (Sekundarstufe II) und 11 Studierende (Tertiärstufe) aus. Weiterhin stellt die Besetzung der offenen Stellen mit qualifiziertem Personal eine grosse Herausforderung dar.

 

3. Risikobeurteilung

Die Risikobeurteilung findet zweijährig statt. Die identifizierten Massnahmen wurden im Jahr 2019 umgesetzt. Das Risiko einer wesentlichen Falschaussage in der Rechnungslegung wird so auf ein Minimum reduziert. Das IKS (Internes Kontrollsystem) wurde überprüft und wo nötig angepasst.

 

4. Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, Innovation

Im Projekt «CASE – Coordinated APN Support for the Elderly» konnte die umfangreiche Datensammlung abgeschlossen werden. Ausserdem wurde seitens Age-Stiftung eine Projektförderung des CASE-Projekts zugesagt. Das geplante Forschungsprojekt «Palliative-Care-Phasen (PCP)», das von Spitex Zürich Sihl im Jahr 2018 mit initiiert wurde, gewann im Juli den Zürcher Versorgungsforschungspreis. Danach wurde im PCP-Projekt die Konzeptualisierung fortgesetzt; die Datensammlung startet im Jahr 2020. Im Herbst veranstaltete Spitex Zürich Sihl die zweite PING-Night und präsentierte gemeinsam mit der ZHAW Ergebnisse eines Masterthesis-Projekts zum Thema Spitaleintritt. Gegen Jahresende konnte mit der Berner Fachhochschule ein Projekt zum Thema «Komplexität und Grademix» initiiert werden.

 

5. Aussergewöhnliche Ereignisse

Es fanden, mit Ausnahme einer Anpassung der Subventionsabrechnung der Stadt Zürich auf der Basis der definitiven Kostenrechnung 2018, keine ausserordentlichen Ereignisse im Berichtsjahr statt, welche das Ergebnis massgeblich beeinflusst hätten.

 

6. Zukunftsaussichten

6.1 Marktumfeld

Für das Folgejahr erwarten wir ein weiterhin stabiles Umfeld, mit einem leichten Wachstum in der Pflege im einstelligen Prozentbereich. Bei den hauswirtschaftlichen Leistungen rechnen wir mit Vorjahreswerten. Spitex Zürich Sihl hat sich das Ziel gesetzt den Negativtrend, trotz des Organisations-Entwicklungsprozesses, zu stoppen und ein positives operatives Ergebnis zu erzielen.

6.2 Entwicklung Fachdienste

Im Fachdienst «Psychosoziale Pflege und Betreuung» wurde die Teamstruktur angepasst. Aus vier kleinen Teams wurden zwei grössere Teams gebildet, die nun das Einzugsgebiet der Spitex Zürich Sihl mit psychiatrischen Leistungen versorgen.

Der Fachdienst Palliative Care von Spitex Zürich Sihl konnte seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen und hat seine qualitativen und quantitativen Ziele erreicht.

Die Dienstleistung «Bewegungsübungen zu Hause» wurde auf ein weiteres Zentrum ausgerollt, sodass nun die Kundinnen und Kunden dreier Zentren von diesem Angebot profitieren.

6.3 Finanzierung

Die Finanzierung unserer pflegerischen Leistungen ist in der Stadt Zürich zurzeit noch gesichert. Wir erwarten keine wesentlichen Veränderungen der Restfinanzierung durch die Stadt Zürich für das kommende Jahr.

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